Kirche

Kirche Fläsch

Die Geschichte der Kirche und der Kirchgemeinde Fläsch

Kirchlich gehörte Fläsch im Mittelalter zusammen mit Maienfeld zu St. Luzi auf der Steig. 1480 schreibt der Churer Bischof von der "Pfarrkirche" in Maienfeld und ihren Töchtern auf der Steig und in Fläsch, was zu der Annahme führt, dass Fläsch eine eigene Kapelle besitzt. Es wird angenommen, dass die Kapelle ein einfacher Turmbau, in der Zeit zwischen 1465 - 1479 erbaut wurde. Andere Quellen benennen als Baujahr 1473. Fest seht, dass mit grösster Wahrscheinlichkeit, die Malereien im Chor aus dieser Zeit stammen.

Zum Kirchspiel Maienfeld gehörten zu Anfang des 16. Jahrhunderts die Stadt Maienfeld mit der Pfarrkirche St. Amandus, die Dörfchen oder Höfe Mutzen (Guscha), Bovel und Rofels, Vatscherinerberg (Ochsenberg) und Stürvis, - und das Dorf Fläsch.
St. Luzisteig, die älteste der Kirchen, war die Kirche der Höfe und Gemeinden am Berg. Ab 1501 wurde die Amandus-Kirche in Maienfeld vom geistlichen Gericht in Chur zur Hauptkirche erklärt. Mit der Unterstellung unter die Maienfelder Kirche taten sich die Fläscher auf Dauer schwer.

Eine Gelegenheit, den Willen zur Selbständigkeit zu bekräftigen, bietet sich den Fläschern im Jahre 1524. Der damalige Pfäferser Abt, der freundschaftliche Beziehungen zum Zürcher Reformator Ulrich Zwingli unterhielt, vermittelt dem damaligen Fläscher Gemeindevorsteher Anhorn, den aus Lachen vertriebenen Pfarrer Ulrich Bolt. Er hatte sich für reformatorische Ideen geöffnet und wollte mit der, dem ganzen Kirchenvolk zugänglichen Bibel die Kirche wieder zu Ihren Ursprüngen zurückführen (reformieren). Die Maienfelder geraten ab dem Erfolg des neuen Predigers dermassen in Rage, dass sie unter dem Sturmgeläute ihrer Kirchenglocken nach Fläsch ziehen um den "Ketzer" zu verhaften. Sie blieben erfolglos! Gemeindevorsteher Anhorn hat den Prediger "in einer tiefen Rübengrube im Keller unter Fäs-sern" versteckt.

Im Jahre 1524 feiert die Gemeinde das erste Mal das Abendmahl nach dem neuen Glauben, die Reformation ist damit vollzogen. Fläsch und St. Antönien sind damit die ersten "reformier-ten" Bündner Gemeinden.

Die Unabhängigkeit von Maienfeld wird aber erst im Jahre 1569 vollzogen. Einen eigenen Pfarrer kann sich die Gemeinde (mit Unterbrechungen) erst im Jahre 1581 bis zum Jahre 1964 leisten. Zunächst, ist Fläsch mit der Kirchgemeinde Mastrils verbunden.

Die Kirchengeschichte von Fläsch wird durch manche Persönlichkeiten geprägt, so z.B. durch Pfarrer Luzius Bansi (1771 - 1786 Pfarrer in Fläsch), der unter anderem in Fläsch eine kleine theologische Ausbildungsstätte einrichtete. Eine weitere prägende Pfarrerpersönlichkeit war Pfarrer Luzius Pol (1792 - 1799 Pfarrer in Fläsch). Pfr. Luzius Pol hat sich neben dem Pfarramt, auch der Eindämmung der Landquart, dem Aufbau eines Alpengartens und weiteren botanischen Forschungen gewidmet. 1799 wird der angesehene Forscher und Pfarrer von den Österreichern als Geisel nach Innsbruck verschleppt.

Im Jahre 1965 ist die Gemeinde Fläsch mit Jenins eine Pastorationsgemeinschaft eingegangen, welche bis zum heutigen Tage besteht. Der Pfarrer oder die Pfarrerin wohnt seither in Jenins im Salishaus.

Das historische Kirchgebäude wurde immer wieder erneuert. Am auffälligsten 1783, als das Kirchenschiff nach Norden hin verbreitert wird. Weitere Renovationsarbeiten wurden in den Jahren 1904, 1963 und 1984 vorgenommen. 1963 wurden im Chorraum wertvolle Wandmalereien (Secco-Technik) freigelegt. Unter anderem finden sich Abbildungen des Abendmahls, der Geburt Jesu, der Apostel und wahrscheinlich der heilige Nikolaus des Schutzpatrons der Kirche.
Im Jahre 1987 wurde eine neue, stattliche Orgel mit zwei Manualen vor dem Chorraum links eingebaut. Sie wurde von Herr Karl Binding gestiftet und wird auch als Konzertinstrument genutzt.

Die Kirchgemeinde Fläsch heute

Unsere Kirche trägt den Namen von Nikolaus, dem Bischof von Myra, der als besonderer Freund der Kinder, Armen und Gefangenen bekannt geworden ist.

In Fläsch leben heute rund 400 Protestanten. Die beiden Kirchgemeinden Fläsch und Jenins bilden, wie bereits erwähnt eine Pastorationsgemeinschaft. Sie sind ein Teil der reformierten Landeskirche Graubünden. Beide Kirchgemeinden sind selbständig, teilen sich, wie viele andere Bündner Gemeinden, den gemeinsam angestellten Pfarrer und den Organisten.

Die Gottesdienste in Fläsch finden abwechslungsweise um 9.00 oder um 10.30 Uhr statt.

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23.11.10

Am 14.April findet nun schon zum 7.Mal das beliebte Blues&Wine in der MZH in Fläsch statt.

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